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Wasseraufbereitung im Heimbereich

Erik Šimšík | 4. März 2021

70% Ihres Körpers und 98% Ihres Kaffees bestehen aus Wasser. Ohne Wasser von erstklassiger Qualität lässt sich kein optimaler Kaffee zubereiten. Seine Mineralisierung spielt eine entscheidende Rolle für das Geschmacksprofil in der Tasse.

In diesem Beitrag beleuchten wir praxisnahe Methoden zur Wasseraufbereitung für zu Hause, um den bestmöglichen Geschmack aus Ihren Bohnen herauszuholen.

Hartes oder weiches Wasser?

Vorab müssen wir anmerken: Weder extrem hartes noch destillatgleiches weiches Wasser sind ideal für die Extraktion.

Hartes Wasser enthält hohe Konzentrationen an Mineralien wie Calcium und Magnesium. Diese Mineralien binden sich leichter an bestimmte Verbindungen im Kaffee, was zu einem sehr intensiven Geschmacksergebnis führt. Allerdings enthält hartes Wasser auch viel Hydrogencarbonat, welches Bittertöne verstärkt.

Mit der Zeit führt hartes Wasser zudem zu Kalkablagerungen in Kaffeemaschinen und Wasserkochern. Dies verkürzt nicht nur deren Lebensdauer, sondern beeinträchtigt auch den Geschmack des Kaffees.

Fazit zu hartem Wasser: Gewisse Mineralien sind unerlässlich, um die geschmackliche Vielfalt des Kaffees zu extrahieren; ein Übermaß überdeckt jedoch feine Fruchtsäuren und Süße mit dominanter Bitterkeit.

Weiches Wasser hingegen weist häufig einen höheren Natriumgehalt auf, der durch Enthärtungsanlagen zur Neutralisierung eingebracht wird. Mit sehr weichem Wasser zubereiteter Kaffee schmeckt oft flach und substanzlos, da zu wenige Mineralien für die Extraktion vorhanden sind.

Weder extrem hartes noch zu weiches Wasser eignen sich für die perfekte Tasse. Studien des Chemikers Christopher H. Hendon belegen jedoch, dass verschiedene Härtegrade unterschiedliche Geschmackskomponenten betonen. Seine Forschung erklärt, warum dasselbe Wasser bei Kaffees bestimmter Herkünfte oder Blends hervorragende Ergebnisse liefert, während andere flach und ausdruckslos schmecken.

Fazit zu weichem Wasser: Hendons Untersuchungen verdeutlichen, dass extrem weiches Wasser zu einer unzureichenden Extraktion führt und der Kaffee dünn schmeckt. Müsste man zwischen zwei Extremen wählen, wäre härteres Wasser vorzuziehen. Dennoch gibt es deutlich bessere Lösungen für die heimische Kaffeezubereitung.

„Wasserhärte in den verschiedenen Regionen der Slowakei.“

Wasseraufbereitung für zu Hause

Tischwasserfilter

Die unkomplizierteste und wirtschaftlichste Methode zur Aufbereitung des Leitungswassers stellen Tischwasserfilter dar – beispielsweise von Brita, BWT und weiteren Herstellern. Am Markt existiert eine Vielzahl an Filterkartuschen, die mit den gängigen Filtersystemen kompatibel sind. Doch welcher Filter eignet sich am besten? Wir haben für Sie gängige und preislich attraktive Filter getestet.

Für den Test haben wir 6 Filter ausgewählt: Brita Maxtra+ PL, Brita Maxtra+ PO, BWT gourmet edition Mg+, Laica Bi-flux Coffee and tea, Laica Bi-flux sowie das Filtersystem BWT Bestmax S.

Getestet wurde in 4 Durchgängen, wobei zunächst Kartuschen desselben Herstellers im direkten Vergleich standen. Als Testmethode diente professionelles Cupping mit unserem frisch eingetroffenen Etiopia Aludra AMO natural.

Aus unserem Test ging nicht ein einzelner Sieger hervor, sondern drei überzeugende Optionen je nach Präferenz.

BWT Mg+ eignet sich hervorragend für natürlich aufbereitete Kaffees (Natural). Das Wasser hebt die spritzige Fruchtsäure hervor; der Geschmack präsentierte sich klar mit präzise akzentuiertem Aromenprofil, wenngleich der Körper etwas leichter ausfiel.

Brita Maxtra+ PO: Aus unserer Sicht besonders empfehlenswert für Espresso. Der Kaffee überzeugte durch einen vollmundigen Körper bei gleichbleibend hoher geschmacklicher Klarheit, während die Säure dezent in den Hintergrund trat.

Laica Bi-flux Coffee and tea erwies sich im Test als der ausgewogenste Allrounder. Ideal für Kaffeeliebhaber, die verschiedene Zubereitungsmethoden nutzen: In beiden Fällen behält der Kaffee sein authentisches Profil. Zu beachten ist lediglich die eingeschränkte Kompatibilität mit Kannen von Brita oder BWT.

Die übrigen Filter konnten unseren geschmacklichen Ansprüchen nicht genügen: Der Kaffee schmeckte flach und ausdruckslos.

Fazit

Wasser hat einen immensen Einfluss auf die Güte Ihres Kaffees zu Hause. Während vielen herkömmliches Leitungswasser genügt, lohnt sich für anspruchsvolle Kaffeegenießer das Experimentieren mit optimiertem Wasser – der qualitative Unterschied ist sofort spürbar.