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5 Mythen über Kaffee, die Sie bisher für wahr hielten

Kaffeemythen
Peter von Goriffee | 16. Februar 2022

Es gibt nur wenige Menschen, die Kaffee wirklich verschmähen. Wir respektieren diese Vorliebe selbstverständlich, nachvollziehen können wir sie jedoch kaum. So überrascht es kaum, dass sich um ein Getränk mit einer derart weltweiten Fangemeinde auch etliche Mythen und vermeintliche Fakten ranken, die in Wahrheit bloß eingefahrene Annahmen sind, die niemand mehr hinterfragt.

Werfen wir daher einen Blick auf die gängigsten Kaffeemythen, die schlichtweg nicht zutreffen. Ein kleiner Hinweis vorab: Den weitverbreitetsten Mythos über Kaffee haben wir uns ganz bis zum Schluss aufgehoben.

Hell gerösteter Kaffee enthält mehr Koffein als dunkel gerösteter Kaffee

Das stimmt nicht. Die Theorie hinter dieser Behauptung besagt, dass während des Röstens ein Teil des Koffeins im Kaffee verdampft und je länger der Kaffee geröstet wird, desto weniger Koffein darin enthalten ist. Das klingt logisch, entspricht jedoch nicht der Wahrheit. Der Koffeingehalt in den Bohnen verändert sich durch das Rösten nicht, sodass helle Kaffeebohnen etwa die gleiche Menge Koffein enthalten wie dieselben Bohnen bei einer dunkleren Röstung.

Kaffee am Nachmittag stört den gesunden Schlaf

Das stimmt nicht ganz, aber … Es kommt auf verschiedene Faktoren an. Koffein ist dafür bekannt, dass es sehr schnell aufgenommen wird. Hand aufs Herz: Wie schnell spüren Sie morgens den belebenden Kick des Kaffees? In der Regel schon nach wenigen Schlucken. Das bedeutet allerdings auch, dass Koffein ebenso zügig wieder aus dem Blut abgebaut wird. Dies hängt zwar auch von der individuellen Genetik ab, dauert bei den meisten Menschen jedoch nicht länger als drei bis sieben Stunden. Wenn Sie Ihren letzten Kaffee also gegen 15:00 oder 16:00 Uhr trinken, hat dies – sofern Sie nicht außergewöhnlich früh zu Bett gehen – keinerlei Einfluss auf Ihren Schlaf.

Mehr als eine Tasse Kaffee pro Tag ist ungesund

Das stimmt nicht. Zum Glück! Beim Kaffeegenuss ist es natürlich ausschlaggebend, wie viel Zucker und Milch hinzugefügt werden, da diese Zutaten bei den empfohlenen Richtwerten ins Gewicht fallen können. Betrachten wir jedoch reinen Kaffee ohne jegliche Zusätze, ist lediglich die Koffeinmenge der Faktor, den man etwas im Auge behalten sollte. Die empfohlene maximale Tagesdosis an Koffein, die langfristig nicht überschritten werden sollte, liegt bei 300 mg. Zur Veranschaulichung: Ein Espresso enthält durchschnittlich 63 mg Koffein und 250 ml Filterkaffee etwa 115 mg Koffein.

Kaffee hilft beim Ausnüchtern

Das stimmt nicht. In diesem Fall ist das fast schade. Auch wenn wir alle Filme, Comics und andere Werke kennen, in denen ein Betrunkener zur schnelleren Ausnüchterung mit Kaffee versorgt wird, zeigen Studien eindeutig, dass weder Kaffee noch Koffein die Ausnüchterung beschleunigen. Das belebende Gefühl, das Koffein verleiht, kann bei einer alkoholisierten Person zwar den Eindruck erwecken, wieder „fit“ zu sein – leider ist dies jedoch ein Trugschluss und zudem ein recht gefährlicher.

Kaffee entzieht dem Körper Wasser

Das stimmt nicht. Wer diesen Mythos über die dehydrierende Wirkung von Kaffee noch nie gehört hat, werfe den ersten Kaffeefilter. Zwar besitzt Kaffee eine leicht harntreibende Wirkung, er führt dem Körper jedoch weitaus mehr Wasser zu, als dieser wieder ausscheidet. Trotz der weiten Verbreitung dieses Mythos belegt eine Studie nach der anderen, dass er schlichtweg unzutreffend ist. Rein theoretisch ließe sich der tägliche Flüssigkeitsbedarf also auch ausschließlich über Kaffeekonsum decken – was wir allerdings ausdrücklich nicht empfehlen!

Mit welchen Mythen Sie auch konfrontiert wurden – beim Kaffeegenuss gilt dasselbe wie überall sonst: Wählen Sie hochwertige, frisch geröstete Kaffeebohnen und genießen Sie Ihren Kaffee in Maßen. Vor allem aber: Lassen Sie sich Ihre Tasse Kaffee durch nichts verderben.